10KI & Automatisierung

KI-Agenten für Unternehmen: Aufgaben, die mehrere Schritte brauchen

Ein Chatbot beantwortet eine Frage. Ein Agent bearbeitet einen Auftrag: Er zerlegt ihn, greift auf Werkzeuge zu, prüft Zwischenergebnisse und liefert am Ende etwas ab. Das ist mächtiger — und genau deshalb braucht es Grenzen, bevor er losläuft.

Dauer
Erster Agent im begrenzten Einsatz nach sechs bis zehn Wochen
Standort
Entwicklung und Betrieb aus Zug, Werkzeuge bleiben bei Ihnen
Betreuung
Laufende Auswertung der Protokolle, nicht Übergabe und Ende

Was KI-Agenten sind

Ein KI-Agent ist ein System, das eine Aufgabe in Schritte zerlegt, dafür Werkzeuge benutzt — Datenbanken abfragen, Dateien lesen, Systeme aufrufen — und nach jedem Schritt entscheidet, wie es weitergeht. Hesq baut solche Agenten für abgegrenzte Aufgaben mit festgelegten Werkzeugen, protokolliertem Verlauf und einer Person, die freigibt, bevor etwas nach aussen wirkt.

Was ein Agent gegenüber einem festen Ablauf ändert

  • Situation heute

    Eine Recherche über zehn Quellen kostet einen halben Tag und wird deshalb selten gemacht.

    Zielbild

    Der Agent trägt zusammen, was er findet, mit Quellenangabe — geprüft wird das Ergebnis, nicht der Weg dorthin.

  • Situation heute

    Ein fester Ablauf bricht ab, sobald ein Fall nicht dem vorgesehenen Weg folgt.

    Zielbild

    Der Agent versucht einen anderen Weg und meldet, wenn keiner davon trägt.

  • Situation heute

    Für jede neue Variante einer Aufgabe muss ein weiterer Zweig gebaut werden.

    Zielbild

    Die Aufgabe wird beschrieben, nicht verdrahtet; Varianten kosten keinen neuen Zweig.

  • Situation heute

    Was ein automatisierter Ablauf im Einzelfall getan hat, lässt sich hinterher schwer rekonstruieren.

    Zielbild

    Jeder Schritt samt Werkzeugaufruf steht im Protokoll und ist nachlesbar.

Was zu einem KI-Agenten gehört

  • 01

    Auftrag, Werkzeuge und Grenzen

    Ein Agent bekommt drei Dinge: eine Aufgabe, eine Liste von Werkzeugen und die Grenzen, innerhalb derer er arbeiten darf. Die Werkzeugliste ist dabei die eigentliche Sicherheitsentscheidung — ein Werkzeug, das er nicht hat, kann er nicht falsch benutzen. Wir vergeben Leserechte grosszügig und Schreibrechte einzeln, mit Begründung je Werkzeug.

  • 02

    Human in the Loop

    Vor jeder Wirkung nach aussen steht eine Freigabe: bevor eine E-Mail rausgeht, ein Datensatz geändert oder eine Bestellung ausgelöst wird. Der Agent bereitet vor, ein Mensch entscheidet. Das kostet Zeit und ist der Grund, warum ein Agent überhaupt eingesetzt werden kann — ohne diese Stelle wäre jeder Fehler unmittelbar ein Geschäftsvorfall.

  • 03

    Protokoll und Nachvollziehbarkeit

    Jeder Schritt wird festgehalten: welches Werkzeug mit welchen Werten aufgerufen wurde, was zurückkam, wie es weiterging. Ohne dieses Protokoll ist ein Agent eine Blackbox, deren Fehler man nicht untersuchen kann — und ein Fehler, den man nicht untersuchen kann, wiederholt sich. Es ist zugleich die Grundlage dafür, den Agenten überhaupt zu verbessern.

  • 04

    Prüfen, ob er die Aufgabe trifft

    Ein Agent wird nicht danach beurteilt, ob er plausibel klingt, sondern ob er die Aufgabe löst. Wir legen dafür einen Satz echter Fälle mit bekanntem Ergebnis an und lassen ihn regelmässig darauf laufen — auch nach jedem Modellwechsel. Ohne diesen Satz merkt niemand, wenn ein Update die Qualität verschiebt, und zwar in keine der beiden Richtungen.

  • 05

    Kosten und Laufzeit im Blick

    Ein Agent kann eine Aufgabe in drei Schritten lösen oder in dreissig, und beides sieht von aussen gleich aus. Wir setzen Obergrenzen für Schritte, Zeit und Kosten je Auftrag und brechen kontrolliert ab, statt einen Lauf ins Leere drehen zu lassen. Was abgebrochen wurde, geht an eine Person und nicht in die Ablage.

Drei Fälle aus der Praxis

Ein Rechercheauftrag über mehrere Quellen

  1. Die Frage und die zulässigen Quellen festlegen — nur Lesen, kein Schreiben.
  2. Den Agenten die Quellen abfragen, Widersprüche benennen und Belege mitführen lassen.
  3. Ergebnis mit Quellenangabe ausgeben, unbelegte Aussagen als solche kennzeichnen.
  4. Prüfung durch Mensch: Das Ergebnis wird gelesen und freigegeben, bevor es weiterverwendet wird.
  5. Die Protokolle auswerten: Wo der Agent im Kreis lief, fehlte meist eine Quelle.

Ein Agent bereitet Antworten auf komplexe Anfragen vor

  1. Zugriff auf die eigenen Unterlagen geben — Preisliste, Merkblätter, frühere Antworten.
  2. Den Agenten den Fall zerlegen und je Teilfrage die passende Stelle heraussuchen lassen.
  3. Einen Entwurf erzeugen, der jede Aussage auf die Quelle zurückführt.
  4. Prüfung durch Mensch: Der Entwurf geht nie ungelesen raus; Zusagen macht nur eine Person.
  5. Die Fälle sammeln, in denen der Entwurf stark geändert wurde — dort fehlt eine Unterlage.

Ein interner Agent überwacht wiederkehrende Prüfungen

  1. Die Prüfliste festlegen und je Punkt die Datenquelle, aus der sie beantwortet wird.
  2. Den Agenten in festem Takt laufen lassen und nur Abweichungen berichten.
  3. Obergrenzen für Schritte und Kosten setzen, damit ein Lauf nicht ins Leere dreht.
  4. Prüfung durch Mensch: Jede gemeldete Abweichung wird bewertet; der Agent ändert nichts selbst.
  5. Den Prüffallsatz mitlaufen lassen, um Qualitätsverschiebungen nach Modellwechseln zu bemerken.

So läuft die Zusammenarbeit

Sechs Schritte, die auf jedem Projekt gleich heissen. Bei Agenten beginnt Measure vor dem Betrieb: Ohne einen Satz Prüffälle lässt sich gar nicht sagen, ob der Agent besser geworden ist oder nur anders.

  • 01Discover

    Wir sehen uns an, was heute passiert, wo es hakt und woran der Erfolg gemessen wird.

  • 02Design

    Struktur, Gestaltung und Ablauf werden festgelegt, bevor gebaut wird — und mit Ihnen abgestimmt.

  • 03Build

    Umsetzung in kurzen Schritten, jederzeit auf einer Vorschau-Umgebung ansehbar.

  • 04Integrate

    Anbindung an das, was schon da ist: Domain, Konten, CRM, Buchhaltung, Analyse.

  • 05Measure

    Nach dem Start wird gemessen, was die Lösung leistet — nicht geschätzt.

  • 06Improve

    Was die Messung zeigt, fliesst zurück in die Arbeit. Ein System ist nie fertig, nur stabil.

Was KI-Agenten nicht sind

  • Ein Agent ist kein Chatbot. Ein Chatbot antwortet auf eine Frage aus einer Wissensquelle; ein Agent bearbeitet einen Auftrag über mehrere Schritte und greift dabei auf Systeme zu.

    Chatbots und andere KI-Anwendungsfälle beschreibt die KI-Automatisierung

  • Ein Agent ist keine bessere Prozessautomatisierung. Wo der Weg feststeht, ist ein fester Ablauf schneller, billiger und verlässlicher — und wiederholbar mit demselben Ergebnis.

    Feste Ablaeufe zwischen Systemen beschreibt die Prozessautomatisierung

  • Ein Agent ist kein Mitarbeiterersatz und arbeitet nicht unbeaufsichtigt. Er bereitet vor; die Entscheidung mit Wirkung nach aussen bleibt bei einer Person.

    Wo diese Aufsicht nicht organisierbar ist, bauen wir keinen Agenten.

  • Ein Agent ist kein Einstieg. Wer noch keinen klaren Anwendungsfall hat, sollte nicht mit der aufwendigsten Bauform beginnen.

    Der Einstieg ist die KI-Beratung

Womit gearbeitet wird

  • Claude Agent SDK

    Der Rahmen für Agenten mit Werkzeugzugriff, Schrittgrenzen und auswertbarem Verlauf.

  • Model Context Protocol

    Der offene Standard, über den ein Agent kontrolliert auf Systeme und Daten zugreift.

  • Tool Use

    Die Schnittstelle zwischen Modell und Werkzeug — jedes einzeln freigegeben, keines pauschal.

  • Eigene Prüffallsätze

    Echte Fälle mit bekanntem Ergebnis — die einzige Grundlage, auf der sich Qualität vergleichen lässt.

Die Technologie richtet sich nach der Aufgabe, nicht umgekehrt. Ein Agent ist die aufwendigste Bauform — sie lohnt sich nur, wo der Weg nicht vorher feststeht.

Häufige Fragen zu KI-Agenten

  • Was sind KI-Agenten?

    KI-Agenten sind Systeme, die eine Aufgabe selbständig in Schritte zerlegen, dafür Werkzeuge benutzen und nach jedem Schritt entscheiden, wie es weitergeht. Der Unterschied zu einem automatisierten Ablauf liegt genau dort: Der Ablauf folgt einem Weg, den jemand vorher festgelegt hat, der Agent wählt ihn innerhalb der gesetzten Grenzen selbst. Das macht ihn flexibler und zugleich schwerer vorhersagbar.

  • Wie behalten wir die Kontrolle?

    Über drei Dinge: die Werkzeugliste, die Freigabe und das Protokoll. Ein Werkzeug, das der Agent nicht hat, kann er nicht benutzen — das ist die wirksamste Grenze. Vor jeder Wirkung nach aussen steht eine Freigabe durch eine Person. Und jeder Schritt wird protokolliert, damit sich im Nachhinein untersuchen lässt, was passiert ist und warum.

  • Was kann ein Agent nicht?

    Er kann nicht garantieren, dass zwei gleiche Aufträge denselben Weg nehmen, und er ist bei exakten Berechnungen die schlechtere Wahl als eine Formel. Er kann keine Verantwortung übernehmen: Eine Zusage an eine Kundin bleibt die Zusage eines Menschen. Und er ersetzt kein fehlendes Wissen — was in keiner Quelle steht, findet auch er nicht, sondern formuliert bestenfalls eine Vermutung.

  • Wie wird ein Agent getestet?

    Mit einem Satz echter Fälle, deren richtiges Ergebnis bekannt ist. Der Agent läuft regelmässig darauf, und die Trefferquote wird festgehalten — vor jeder Änderung und nach jedem Modellwechsel. Eine einzelne gelungene Vorführung sagt nichts: Sprachmodelle schwanken, und ohne Vergleichsmass lässt sich nicht unterscheiden, ob eine Änderung geholfen oder nur etwas verschoben hat.

  • Wann lohnt sich ein Agent gegenüber einem festen Ablauf?

    Ein Agent lohnt sich, wenn der Weg zum Ergebnis nicht vorher feststeht und die Zahl der Varianten zu gross ist, um sie zu verdrahten — Recherche, Fallprüfung, Aufbereitung aus verstreuten Quellen. Steht der Weg fest, ist ein fester Ablauf schneller, billiger und wiederholbar. Wir empfehlen deshalb häufig den festen Ablauf, auch wenn der Agent das interessantere Projekt wäre.


Gibt es bei Ihnen eine Aufgabe, deren Weg jedes Mal ein anderer ist?

Beschreiben Sie uns die Aufgabe und die Quellen, aus denen sie sich speist. Wir sagen Ihnen, ob ein Agent die richtige Bauform ist — oder ob ein fester Ablauf genügt.

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