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Was kostet eine professionelle Website in der Schweiz?

Was den Preis einer Website nach oben und unten bewegt: Seitenzahl, Inhalte, Gestaltungstiefe, Anbindungen und Betrieb — und wo Offerten auseinandergehen.

Elvis Fatjani · CEO und Inhaber · Stand 27. August 2026

Den Preis einer Website bestimmen fünf Grössen: die Zahl eigenständiger Seiten, der Zustand der Inhalte, die Gestaltungstiefe, die Zahl der Anbindungen an bestehende Systeme und die Anforderungen an den Betrieb. Eine Zahl ohne Kenntnis dieser fünf ist geraten — deshalb nennt diese Seite keine. Wer Offerten vergleicht, vergleicht am besten den Umfang je Punkt statt der Endsumme.

Die Frage ist berechtigt und wird trotzdem selten brauchbar beantwortet. Wer im Netz sucht, findet Spannen, die von wenigen hundert bis zu sechsstelligen Beträgen reichen — beides stimmt, für jeweils sehr verschiedene Projekte.

Nützlicher als eine Zahl ist deshalb das Verständnis dafür, was den Preis bewegt. Damit lässt sich eine Offerte prüfen, und wichtiger noch: Damit lässt sich der eigene Umfang bewusst festlegen, statt ihn von der Offerte bestimmen zu lassen.

Treiber 1: eigenständige Seiten, nicht Unterseiten

Was Aufwand macht, ist nicht die Zahl der Menüpunkte, sondern die Zahl der Seiten mit eigenem Inhalt und eigener Absicht. Fünf Leistungsseiten, die jeweils eine andere Frage beantworten, sind fünfmal Arbeit; fünf Seiten, die dasselbe in anderer Reihenfolge sagen, sind einmal Arbeit und viermal Ballast.

Für Unternehmen mit mehreren Sparten ist das der grösste Hebel in beide Richtungen. Wer jede Sparte einzeln sichtbar machen will, braucht je Sparte eine Seite — wer das nicht braucht, spart hier am meisten.

Treiber 2: der Zustand der Inhalte

Texte und Bilder sind der Posten, der in Offerten am häufigsten fehlt und in Projekten am häufigsten verzögert. Liegen brauchbare Texte und eigene Fotos vor, geht es schnell. Müssen sie erst entstehen, bestimmt das den Termin und einen erheblichen Teil des Preises.

In der Praxis ist das auch der Punkt, an dem Projekte stillstehen: Nicht die Technik fehlt, sondern die Entscheidung darüber, was auf der Seite eigentlich stehen soll. Wer diesen Teil intern übernimmt, senkt die Kosten spürbar — und muss dafür Zeit einplanen, die im Betrieb sonst nicht anfällt.

Stockfotos sind der scheinbar günstige Ausweg. Sie kosten wenig und leisten wenig; eigene Bilder von eigener Arbeit schlagen sie in fast jedem Fall.

Treiber 3: Gestaltungstiefe

Zwischen einem sauber angepassten Standard und einem eigenständigen Auftritt liegt ein Vielfaches. Beides kann richtig sein: Wer über Empfehlungen kommt und die Website als Beleg braucht, ist mit dem Standard gut bedient. Wer sich in einem Markt unterscheiden muss, in dem alle gleich aussehen, kauft mit der Gestaltung den Unterschied.

Teuer wird es dort, wo Bewegung, dreidimensionale Elemente oder aufwendige Übergänge dazukommen. Das ist legitim, wenn es eine Aussage trägt — und der teuerste Weg, eine Seite zu bauen, wenn es das nicht tut.

Treiber 4: Anbindungen

Jede Verbindung zu einem bestehenden System ist ein eigener Aufwand mit eigenen Sonderfällen: Formular ins CRM, Termine in den Kalender, Bestellungen in die Buchhaltung, Newsletter-Anmeldung. Der Normalfall ist schnell gebaut; die Zeit geht in das, was bei Fehlern, Dubletten und Stornos passiert.

Eine Website ohne jede Anbindung ist deutlich günstiger — und verschiebt die Arbeit in den Betrieb, wo sie täglich anfällt statt einmalig.

Treiber 5: Betrieb und Weiterentwicklung

Der Preis für den Bau ist nicht der Preis für die Website. Hosting, Aktualisierungen, Überwachung und kleine Änderungen fallen danach an, und sie fallen dauerhaft an. Eine Offerte, die diesen Teil nicht erwähnt, ist unvollständig, nicht günstig.

Der zweite Teil davon ist Weiterentwicklung. Anforderungen ändern sich, und eine Seite, die drei Jahre unangetastet bleibt, altert sichtbar. Wer das einplant, gibt planbar wenig aus; wer es nicht tut, zahlt es in vier Jahren als Neubau.

Wo sich sparen lohnt und wo es teuer wird

Sinnvoll sparen lässt sich beim Umfang: weniger eigenständige Seiten, Texte aus dem Betrieb, ein angepasster Standard statt eigener Gestaltung, Anbindungen erst in einer zweiten Stufe. Nichts davon senkt die Qualität — es verschiebt nur, was zuerst entsteht.

Teuer wird Sparen an der technischen Grundlage. Eine Seite, die aus einem Dutzend Erweiterungen besteht, ist beim Bau günstig und bei jedem Update wieder eine offene Frage. Ebenso beim Betrieb: Wer Aktualisierungen und Überwachung weglässt, zahlt sie als Zwischenfall.

Der teuerste Posten überhaupt ist ein Neubau nach drei Jahren, weil die erste Lösung nicht erweiterbar war. Gemessen über fünf Jahre ist die etwas teurere, erweiterbare Variante in der Praxis fast immer die günstigere.

Was in Offerten regelmässig fehlt

Texte und Bilder. Wer sie nicht ausdrücklich beauftragt, hat sie nicht beauftragt — und liefert sie selbst, meistens später als geplant.

Der Betrieb nach dem Start: Hosting, Aktualisierungen, Überwachung, kleine Änderungen. Eine Offerte ohne diesen Posten ist unvollständig, nicht günstig.

Und die Weiterleitungen bei einem Relaunch. Wer die alten Adressen nicht auf ihre Nachfolger führt, verliert die Sichtbarkeit von Jahren — der Aufwand dafür ist klein, sein Fehlen fällt erst Wochen später auf.

Ein Beispiel

Ein Handwerksbetrieb mit drei Sparten holt zwei Offerten ein, die um den Faktor drei auseinanderliegen. Die günstigere umfasst eine Seite je Sparte auf Basis eines angepassten Standards, mit Texten aus dem Betrieb und ohne Anbindung. Die teurere umfasst dieselben Seiten, dazu einen Fototermin, Texterstellung, die Anbindung des Formulars an die Auftragsverwaltung und ein Jahr Betreuung.

Beide Offerten sind korrekt. Sie beschreiben nur zwei verschiedene Projekte — und der Unterschied liegt nicht im Stundensatz, sondern in vier der fünf Treiber oben.

Was das für die Entscheidung heisst

Wer Offerten vergleicht, vergleicht den Umfang je Treiber und nicht die Endsumme. Und wer den Preis senken will, senkt ihn am wirksamsten bei der Zahl eigenständiger Seiten und beim Zustand der Inhalte — nicht bei der Technik, wo gespartes Geld später als Wartungsaufwand zurückkommt.

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